Römhild Schloss Glücksburg mit Manfred Maurenbrecher und Christian Trautmann 18.11.2006

Etwas verspätet, möchte ich doch noch was aus Römhild erzählen.

Zum Songfestival werde ich von Veranstalter Frank Oberhof zu Hause in Erfurt abgeholt. Das macht er mit allen Teilnehmern und fährt sie auch nachts wieder nach Hause bzw. lässt sie in seiner Leipziger Wohnung übernachten. Was für ein Service! Vielen Dank Frank und nicht nur dafür.

Im vollgestopften Kleinbus geht es durch die schöne Thüringer Heimat. Ich freue mich, den Berliner Manfred Maurenbrecher wiederzusehen, auch wenn er die besten Ausblicke verschläft. Auf Schloß Glücksburg werden wir stilvoll mit Kaffee und Kuchen empfangen. Der Vorraum zum Standesamt wird als Garderobe umfunktioniert und als Herr Maurenbrecher hinter dem Schreibtisch, an dem sonst Ehen geschlossen werden, Platz nimmt, um seine Texte zu sortieren, sieht er aus, als gehöre er hierher. Leider sind die Fotos etwas verwackelt. Naja.

Der Konzertsaal ist mit seinen handgeschnitzten Decken und Wänden und dem riesigen Kronleuchter der absolute Hammer. Weniger angenehm, dass wir eine komplette Anlage, Mischpult, Schlagzeug… hier hoch schleppen müssen. Dachte, als Liedermacher bliebe einem sowas erspart. Dafür klingt es dann fein, als ich das Festival vor vollem Haus eröffnen darf. Mit etwas Schiss in der Hose, weil ich heute ohne die Allzweckwaffe „Vielleicht“ auskommen muss, da ich sie erst ganz am Ende des Abends mit Christian Trautmann und Band einsetzen werde. Doch die Römhilder sind von der ersten Minute an voll da und bescheren mir den bisher besten Auftritt als Soloheinz. Ich schöpfe meine dynamischen Möglichkeiten voll aus und merke mal wieder, dass die leisen Momente oft die intensivsten sind. Danach wollen alle „die CD, wo Angst drauf ist.“
Jetzt rockt Manfred solo am Klavier routiniert das Haus. Wie er so eine Bühne allein füllen kann und mit Leichtigkeit alte Geschichten und heute Erlebtes verbindet hat Extraklasse. Ich sauge alles in mich auf. Besser als jede Musikschule.

Christian Trautmann und Band beschließen mit ihren schönen deutschen Popsongs das Festival. Zu den Zugaben darf erst Manfred ein Lied mit kompletter Bandbesetzung spielen, dann kredenzen wir „Vielleicht“ . So mit Schlagzeug und Bass im Rücken, kommen kurz bekannte Rockgefühle hoch. Ich bringe die Leute dazu aufzustehen, schnappe mir eine Gitarre und wir improvisieren „Walk on the wild side“ von Lou Reed. Da ist es dann vorbei mit der Liedermacherei und den leisen Momenten, zumal niemand die Refrainakkorde so genau weiss. Auch schön.
Am Schluss bekommen wir jeder eine gute Flasche Rotwein geschenkt und sind sehr glücklich.

Frank, bitte mehr davon.

Bis gleich

Andreas